Rotwein für Geniesser
Ob zu einem guten Essen oder in gemütlicher Runde mit Freunden – ein guter Rotwein gehört für viele Menschen immer dazu. Rotwein dient nicht in erster Linie der Enthemmung der Gesprächsrunde – er ist zum Genießen da. Und um Rotwein genießen zu können, bedarf es einiger Vorbereitung.
Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl ist natürlich, ob einem selbst der Wein schmeckt – egal, ob Zinfandel oder Cabernet Sauvignon. Welche Sorten man bevorzugt, findet man erst mit der Zeit heraus, da bleibt einem nur eins: Probieren! Um aber nicht zu häufig im Weinregal daneben zu greifen, kann man anhand einfacher Eindrücke eine Vorauswahl treffen.
Der Geschmack
Zunächst einmal: Qualität hat ihren Preis. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein günstiger Pinot Noir nicht auch schmecken kann, aber hier gilt wie in allen Bereichen – gutes Geld für gute Arbeit. Ein Winzer, der von der Qualität seines Produktes überzeugt ist, kann auch einen entsprechenden pekuniären Gegenwert verlangen.
Der Eindruck
Außerdem zählt der optische Eindruck. Und damit ist nicht nur die Farbe des Weins gemeint. Natürlich sollte Rotwein am ehesten rot sein und keine bräunlichen oder orangen Farbtöne aufweisen. Aber auch am Design des Etiketts kann man einiges ablesen – wer sich Mühe mit dem Etikett gibt, hat sich wahrscheinlich auch Mühe mit dem Wein gegeben, und am Design der Verpackung kann man gut erkennen, auf welches Zilpublikum das Produkt zugeschnitten ist. Außerdem gibt es immer mal wieder Modeweine – Merlot war einige Zeitlang sehr beliebt, schmeckt aber immer noch gut.
Die ideale Temperatur
Die ideale Trinktemperatur wird heutzutage für die meisten Weine auf dem Etikett angegeben. Generell gilt, dass Rotweine bei Zimmertemperatur getrunken werden – allerdings stammt diese Regel aus einer Zeit, als Wohnungen selten auf mehr als 20°C aufgeheizt wurden. Außerdem muss Rotwein “atmen”. Am besten bereitet man ihn darauf vor, getrunken zu werden, indem man die Flasche öffnet, den Korken quer auf den Flaschenhals legt und die Flasche zwei bis drei Stunden in dem Raum stehen lässt, in dem man ihn trinken will. So entfalten die Aromen sich allgemein am besten. (Wem Rotwein leicht gekühlt besser schmeckt, dem steht es natürlich frei, seinen persönlichen Vorlieben zu folgen.)
Der Duft
Ebenfalls wichtig für den Genuss ist der Duft des Weines. Ein Wein, der nach säuerlich oder bitter riecht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht munden. Auch sollte er nicht nur nach Alkohol riechen. Mit etwas Übung kann man in einem guten Wein die verschiedensten Duftaromen ausmachen. Duft und Geschmack sollten miteinander harmonieren – und ein guter Rotwein hinterlässt keinen unangenehmen Nachgeschmack.
Die althergebrachten Faustregeln, nach denen Weißwein zu Fisch serviert wird, Rotwein hingegen zu dunklem Fleisch und Käse, lassen sich übrigens heutzutage immer weiter aufweichen. Ein leichter Rotwein (z.B. ein Bardolino) kann hervorragend zu einem Fischgericht passen. Lediglich wenn man beim Kochen Wein verwendet hat, sollte man denselben Wein auch als Getränk reichen. (Wer Weine auf internationalem Niveau miteinander vergleichen will, sollte sich übrigens merken, dass deutsche Weine meistens nach ihrer Rebsorte benannt werden, französische oder spanische Weine hingegen nach dem Anbaugebiet.)


23-Jul-2009 







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